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SUMMARY:Workshop | Performanzen digitaler Autor:innenschaft. Praktiken und Politiken
DESCRIPTION:Die Teilname ist sowohl in Präsenz als auch digital über die Seite des Literaturforums im Brecht-Haus möglich: https://us06web.zoom.us/j/86508116523?pwd=Vno4b1pzMGx0dVI3cnluREVnRkF4UT09 \nOrganisiert von Michael Gamper und Paul Wolff\, im Projekt Konzepte und Praktiken digitaler Autorschaft\, Research Area 4 „Literary Currencies“. \nUnter den medialen Bedingungen des digitalen Zeitalters rücken Autor und Autorin auf neue Weise in den Fokus der literarischen Öffentlichkeit. Die Sozialen Medien haben neue Räume zur Inszenierung von Autor:innenschaft eröffnet sowie autofiktionale Schreibweisen begünstigt\, die sich u.a. durch Authentizitätsmarker und intime Einblicke dezidiert auf die Person ihrer Urheber:innen beziehen. Überdies hat die pandemiebedingte Verlegung von Lesungen\, Festivals und Podiumsgesprächen in Livestreams\, Zoom-Konferenzen und auf digitale Plattformen wie YouTube und Twitch Autor:innen zuletzt mit neuen Möglichkeiten und Anforderungen konfrontiert\, sich und ihre Literatur zu präsentieren. Stimme\, Körper und Habitus und deren Verortung im Spektrum von race\, class\, gender und ableness werden dabei nicht getilgt\, wie in der Anfangszeit des Internets häufig angenommen\, sondern digital remediatisiert und auf vielfältige Weise in die Konstruktion von Autor:innenpersonae einbezogen. Wollen sie erfolgreich sein\, müssen Autor:innen mithin zunehmend auch (sich selbst) performen. \nMit der Abkehr vom Buch als exklusivem Publikationsmedium von Literatur zugunsten diverser\, zeitlich ausgedehnter Veröffentlichungspraktiken\, wie sie in den Sozialen Medien auftreten\, wird schließlich auch die traditionelle Abgrenzung von Text\, Paratext und Performance sowie zwischen inner- und außerliterarischer Autor:inneninszenierung durchlässig. Im kontinuierlichen Posten auf Instagram\, Twitter und Facebook verschmelzen mitunter nicht nur »Schreiben\, Lesen und Publizieren« (Christiane Frohmann)\, sondern auch Werk und Autor:in. Beide werden Teil einer fortwährenden Performance\, die unablässig neue Versionen von Werk und öffentlicher Persona hervorbringt. Insbesondere auf der Plattform Instagram erlangten Autor:innen wie Rupi Kaur durch Adaption typischer Influencer-Strategien gar den Status von »Internet Celebrities« (Crystal Abidin)\, deren Personae i.d.R. mindestens genauso viel Aufmerksamkeit erfahren wie ihr Werk. Besondere Beachtung verdient dabei freilich\, dass Texte aus solchen dynamischen\, performativen Kontexten nachträglich oft dennoch als Buch publiziert und gleichsam in Werkform stillgestellt werden\, wobei Verlage wie Frohmann oder mikrotext einen erheblichen Anteil an der Überführung von digitaler in traditionelle Buch-Autor:innenschaft haben. \nPerformanz verstehen wir in diesen Zusammenhängen nicht als singulären\, intentionalen Akt\, der sich auf ein souveränes Subjekt zurückführen ließe. Es geht vielmehr um iterierbare Praktiken\, die in institutionelle\, diskursive und technische Rahmenbedingungen eingebettet sind. Als kulturell codierte Performance unterliegt digitale Autor:innenschaft immer auch den Performanzen ubiquitärer digitaler Infrastrukturen\, Algorithmen und Devices\, die menschliches Handeln beeinflussen und ermöglichen\, aber auch spezifischen Restriktionen unterwerfen (vgl. Leeker\, Performing the Digital). Dies betrifft nicht zuletzt die medialen Subjektivierungsbedingungen der digitalisierten Gesellschaft und die entsprechenden Entwürfe und Konfigurationen der »Subjektform Autor« (Koyra). \nWährend die von Bourdieu ausgehende Forschung zur Autorinszenierung Autor:innen überwiegend in ökonomischen Kontexten verortete\, also in einem Wettkampf um Aufmerksamkeit und kulturelles Kapital\, fokussiert unser Workshop zudem politische Implikationen und Funktionen digitaler Autor:innenschaft. Neben identitätspolitischen Fragen der Repräsentation (»Wer spricht?«) interessieren uns dabei auch die politischen Praktiken digitaler Autor:innenschaft wie u.a. 1. die Etablierung und Ausübung klassischer Konzepte von personengebundener Autorität und auktorialem Charisma auf digitalen Plattformen\, aber auch 2. Verfahren namentlicher Invisibilisierung\, auktorialer Unkenntlichmachung und Pseudonymisierung\, mittels derer sich Forderungen nach Verantwortung und Rechenschaftspflicht\, aber auch Stigmatisierung und Diskriminierung von gesellschaftlichen Minoritäten umgehen lassen\, sowie 3. Verfahren der Kollektivierung\, die eine Zurechenbarkeit individueller Autorschaft zwar unterlaufen\, meist aber gleichwohl spezifischen Strategien der Inszenierung unterliegen. Der Workshop fragt mithin ebenso nach Strategien auktorialer Singularisierung und Distinktion wie nach Prozessen der Kollektivierung und der Gemeinschaftsbildung. Anhand konkreter Fallstudien sollen sowohl die Erzeugung von Sichtbarkeit für Autor:innen als auch diverse Strategien der Kritik\, des Entzugs und der »non-performance« (Legacy Russel) thematisiert werden. \nNeben den poetischen\, ästhetischen und epistemischen Bedingungen des Digitalen interessiert uns dabei nicht zuletzt der Rückbezug auf prädigitale Autorschaftskonzepte: Inwiefern werden etablierte Strategien und Typen der Autorschaftsinszenierung (engagierter Schriftsteller\, Gelehrter\, public intellectual\, Sonderling) aufgegriffen\, modifiziert oder durch welche neue Modelle und Ideale öffentlicher Autor:innenschaft ersetzt? Welche prädigitalen Strategien kritischer Intervention\, z.B. aus Performancekunst und Aktivismus\, werden aufgegriffen und wie beziehen diese sich auf die veränderten technischen\, diskursiven\, ökonomischen und sozialen Bedingungen einer »Kultur der Digitalität« (Felix Stalder)? \nDie Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt. \nKontakt \nPaul Wolff\, paul.wolff@fu-berlin.de \nWorkshop | Performanzen digitaler Autor:innenschaft. Praktiken und Politiken • EXC 2020 Temporal Communities (temporal-communities.de) \n  \nDonnerstag\, 10. November\n \n10:00-10:30 | Michael Gamper\, Paul Wolff (Freie Universität Berlin): Begrüßung und Einführung \nÖkonomien digitaler Autor:innenschaft\nModeration: Cornelia Ortlieb10:30-11:30 | Matthias Schaffrick (Universität Siegen): Performanzen eines Schelmen. Zu Rafael Horzons Instagram-Account \n11:30-12:30 | Kevin Kempke (Universität Stuttgart): Geförderte Originalitäten. (Anti-)Institutionalität und Autofiktion in digitaler Autor:innenschaft \n12:30-13:00 | Mittagspause \nPublizieren/Performen\nModeration: Michael Gamper13:30-14:30 | Madeleine Span (Universität für angewandte Kunst Wien): Wer ist digitale Autor*in und wie? Befunde zum aktuellen deutschsprachigen Self-Publishing \n14:30-15:30 | Elias Kreuzmair (Universität Greifswald): Rhythmen digitaler Autor:innenschaft. Zum Publizieren auf Sozialen Netzwerken \n15:30-16:00 | Kaffeepause \nLese- und Schreibperformances\nModeration: Anna Luhn16:00-17:00 | Lena Hintze (Freie Universität Berlin): Lesungen live und für immer. Einige Beobachtungen zur Darstellung von Autor:innenschaft beim Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis \n17:00-18:00 | Paul Wolff (Freie Universität Berlin): »Healing Through Words«. Medienrituale und Schreibperformances der Instapoetry \n18:00-20:00 | Abendessen \n20:00 | Abendveranstaltung: Posten und Schreiben \n            Nadire Biskin und Benjamin Maack im Gespräch mit Doris Akrap
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SUMMARY:From the Black Death to COVID-19: Airborne Diseases in History\, Culture\, and Literature
DESCRIPTION:This zoom link will grant you access to the conference:\nhttps://univienna.zoom.us/j/65898007867?pwd=eWZuOXNCbHd4QXNIdkxYWm1KZ1ZXQT09 \nMeeting ID: 658 9800 7867\nPasscode: 085669 \nWe are pleased to announce the conference program for “From the Black Death to COVID-19: Airborne Diseases in History\, Culture\, and Literature\,” held online via Zoom on November 16-18\, 2022. \nBringing together research from across the globe\, this conference presents engagements with airborne diseases across a diverse thematic landscape. Tracing the history of airborne diseases across multiple scholarly fields\, “From the Black Death to COVID-19: Airborne Diseases in History\, Culture\, and Literature” platforms significant discourse engaging with air\, pollution\, viruses\, and health. The talks that constitute this conference consider representations of airborne diseases\, directly interrogating how such representations help us better understand the complexity of air in the context of epidemics and pandemics. The speakers address topics inclusive of\, but not limited to\, contagion and transmission\, zoonotic diseases\, infections\, death\, air\, air pollution by viruses\, media and literary representations of disease and medicine\, and questions of protection in an era of pandemics.
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